ReligionMit Gottes Segen zum Abitur? Na wenn es so einfach wäre. Aber der Religionsunterricht, der an unserem Kolleg zum "Leistungspaket" gehört, kann schon behilflich sein, den Deutsch-, Kunst- und Geschichtsunterricht sinnvoll zu ergänzen. Es geht nicht darum, gottesfürchtige Menschen aus Ihnen zu machen. Vielmehr wird im Reli-Unterricht Religionsgeschichte behandelt, die sich auf alle Weltreligionen bezieht; ob Buddhismus, Hinduismus, Judentum, Islam oder Christentum - hier wird uns ein interessanter Einblick in die Geschichte und Entstehung der großen Weltreligionen gewährt. Aber auch die antiken polytheistischen Glaubenslehren, ob es die griechische Götterwelt ist, die römische oder die ägyptische, sie alle sind Bestandteil dieses Unterrichts. Entscheidend ist, dass der Kollegiat selbst bestimmt, welches Thema behandelt werden soll - je nach Interesse oder schulischer Notwendigkeit. Denn eines ist unbestreitbar: Will man im Deutschunterricht die Gretchenfrage in Goethes "Faust" richtig deuten, will man die Literaturepoche des Barocks in all seiner Symbolik und Intention verstehen, so muss man zumindest wissen, was es mit der christlichen Religion auf sich hat, welche Botschaft sie beinhaltet und aufgrund welchen Weltbildes sie unsere abendländische Kultur prägte. Auch im Kunstunterricht kann das Wissen um die Religionen uns helfen, viele Werke der Renaissance, um nur ein Beispiel zu nennen, in ihrer Zielrichtung besser zu begreifen. Und erst recht im Geschichtsunterricht ist es fast unverzichtbar, den Unterschied zwischen Katholizismus und Protestantismus zu kennen, möchte man die Beweggründe eines Martin Luthers in seiner ganzen Tragweite verinnerlichen. Oder sei es, die Gesellschaftsstrukturen der antiken Hochkulturen, ihre Bauten, Riten und Lebensweisen besser zu ergründen. Das alles vermag der Religionsunterricht zu leisten. Aber es geht nicht nur um die Religionen als solche, sondern auch um Fragen der Religiosität in den verschiedenen Epochen der Menschheitsgeschichte oder um die Ursprünge unserer Feiertage wie Weihnachten, Ostern oder Pfingsten, um das Thema Sekten, wie den "Zeugen Jehovas", um "Scientology" und satanistische Orden, deren Strukturmerkmale anschaulich vermittelt werden. Hier kann der Religionsunterricht praktische Orientierungshilfe geben, solche gefährlichen Organisationen zu erkennen, deren Kennzeichen zu ergründen und so selbst einen Einblick zu erlangen in die Methoden und Machenschaften dieser Banden. Niemand soll missioniert werden, keiner soll sein Weltbild tauschen. Und im übrigen ist Frau Gudd, die den Religionsunterricht leitet, eine ganz nette und sympathische Person. Und schriftliche Tests gibt es ebenso wenig wie Zensuren. Eine ganz unverbindliche Sache, die nur eins zur Folge hat: Wissen!
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