Fatima Bretzel, Abijahrgang 2007:Meine Zeit am VKK
Abitur! - Ein schönes Wort, bei dem man sich im Vorhinein mal ganz heimlich mit seinen geistigen Fähigkeiten unterhält, um zu ergründen, ob diese in ausreichendem Maße vorhanden sind. Und dabei sollte man nur auf sich selbst hören und nicht auf Menschen, die einem – wie mir – mangelnde Fähigkeiten bescheinigen würden. Etwas ängstlich, aber dennoch frohen Mutes meldete ich mich an und harrte der folgenden Dinge. Ein Infoabend nahm mir alle Illusionen von bösen Lehrern und ich startete glücklich in den Vorkurs, der mich auf die folgenden 3 Jahre vorbereiten sollte. Meine Mitschüler, mit vielen von ihnen verbindet mich noch heute eine gute Freundschaft, hatten selbstverständlich einen hohen Anteil an meinem Glück. Ich hätte nie gedacht, dass es einmal so weit mit mir kommen würde, aber ich ging gern zur Schule. Sonntag Abend bestand nicht mehr aus Angst vor dem nächsten Tag, sondern aus Freude auf den Montag. Ich will nicht lügen und behaupten, ich hätte am VKK den Himmel auf Erden gefunden, aber an manchen Tagen hatte ich eine Aussicht darauf, vor allem, da ich erst jetzt merkte, was für Fähigkeiten in mir ruhten und welche neuen Interessengebiete sich mir erschlossen. Psychologie – ein Fach, das mich einfach fesselte. Man fing ständig an seine Umwelt zu analysieren und lernte auch Verständnis für das Verhalten seiner Mitmenschen aufzubringen. Ein diskussionsreiches Fach, was einem aber viel für´s Leben mitgab. Englisch – früher eines meiner Angstfächer (ich war wahrscheinlich die persönliche Strafe jedes Englischlehrers) -jetzt kommen nur noch englische DVD´s in meinen Player und ich plane in Großbritanien zu studieren. Der wohl größte Schritt meines Lebens, den ich ohne das VKK nie in Erwägung gezogen hätte. Sozialwissenschaften – Interessant und vor allem hilfreich in der heutigen Zeit. (Den Wirtschaftsteil verstehe ich seit diesem Tag auch.) Darstellendes Spiel – da schlummern Talente in einem, die man in seinem Leben ständig braucht. Mathematik – praktischer Nutzen des Darstellenden Spiels. Ich setzte ein nettes Gesicht auf, schaute unschuldig und hoffte oder besser betete (Religion wird übrigens auch angeboten), dass ich nicht rangenommen wurde. Deutsch – Schiller, Goethe, Shakespeare – Wer Hamlet gelesen hat, ist für das Leben bereit! Ich habe es geliebt. Zugegeben, mit den expressionistischen Dichtern konnte ich nichts anfangen, aber man muss ja auch nicht alles mögen.Was soll ich sagen? Sicher gibt es Fächer, die einem nicht liegen, aber dafür gibt es ja die Möglichkeit, diese abzuwählen. Und selbstverständlich wird es Tage geben, an denen man nicht voller Glück aus dem Bett springt, um zur Schule zu kommen. Aber mal ehrlich, es wird keinen Beruf geben, mit dem man jeden Tag zufrieden ist. Mit den Mitschülern ist es dasselbe. Man wird nie alle in sein Herz schließen, aber das muss man ja auch nicht. Gegenseitiger Respekt und Verständnis tragen aber auch dann zu einem harmonischen Tagesablauf bei. Abschließend muss ich mich einfach noch einmal wiederholen: Es war die schönste Zeit in meinem Leben! |